Pflegeleitbild des ambulanten Pflegedienstes Brigitte Trinkl
   
  Die Grundlage für unser Pflegeleitbild bildet ein bestimmtes Menschenbild
   
  Das Menschenbild
   
 
  • Die Würde und der Wert eines Menschen sind unantastbare Güter, die auch durch Krankheit, Alter oder körperliche, geistige oder seelische Behinderung nicht verloren gehen
  • Alle Menschen sind gleichwertig
  • Der Mensch hat das Recht in Würde zu leben und zu sterben
  • Jeder Mensch hat als Person Vorrang vor Sachen, Institutionen sowie wirtschaftlichen Interessen
  • Jeder Mensch steht in einem ständigen Entwicklungsprozess, der als Anpassungsprozess an seine natürliche und soziale Umwelt verstanden werden kann. Er ist ein offenes, auf Kommunikation angelegtes Wesen
  • Gesundheit ist der Ausdruck eines gelungenen Anpassungsprozesses, Krankheit ist ein körperlicher oder seelischer Ausdruck einer Störung in diesem Prozess. Eine Störung kann auch durch krankmachende Umwelteinflüsse verursacht werden
  • Jeder Mensch ist ausgestattet mit Selbstheilungskräften. Unter gesellschaftlichem Einfluss entwickelt er die Fähigkeit sich selbst zu helfen
  • Selbstheilung und Selbsthilfe befähigen den erwachsenen Menschen sich mehr oder weniger unabhängig in einem mehr oder weniger gesunden Gleichgewicht zuhalten
  • Daraus ergibt sich die Fähigkeit zu Eigenverantwortung und Autonomie
   
  Pflegebedürftigkeit bedeutet Fehlen von Teilen dieser Fähigkeit
   
 
  • Jeder Mensch ist ausgestattet mit besonderen Begabungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, aber auch mit Behinderungen. Das menschliche Leben ist ein Weg, der mit den Möglichkeiten von Gelingen und Scheitern, Reifung und Krisen ausgestattet ist. Die unterschiedlichen Lebenswege führen bei relativ gleichen Grundbedürfnissen in einer Gesellschaft zu verschiedenen individuellen Bedürfnissen
  • Der Mensch ist eine unteilbare Ganzheit aus Körper, Geist und sozialen Bezügen
   
  Das Verhältnis von Individuum, Gesellschaft und Gesundheit
   
 
  • Der Mensch und die Gesellschaft stehen in einer Beziehung gegenseitiger Abhängigkeit
  • Die Gesellschaft hat ein vitales Interesse an der Gesundheit eines jeden Einzelnen
  • Insbesondere der junge und der alte, der kranke und der behinderte Mensch benötigt mehr oder weniger Unterstützung und fremde Hilfe zur Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung von Gesundheit
  • Alle Berufe des Gesundheitswesens einer Gesellschaft - ob privatrechtlich oder staatlich organisiert - sind Träger öffentlicher Aufgaben zur Aufrechterhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit einzelner Gesellschaftsmitglieder
   
  Unser Berufsverständnis
   
 
  • Jeder Mensch wird mit Würde, Respekt und einer freundlichen Grundeinstellung behandelt
  • Insbesondere die Haltung gegenüber Pflegebedürftigen ist zuvorkommend
  • Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Konfession, Bildung, Leistung, finanzielle Situation und der Charakter einer pflegebedürftigen Person haben keinen Einfluss auf die Qualität und die Quantität unserer Pflegeleistungen
  • Unsere Pflegeziele und unsere Pflegeleistungen richten sich nach dem Pflegeauftrag, den individuellen Bedürfnissen und den persönlichen Möglichkeiten des Pflegebedürftigen, sowie pflegefachlichen und pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen
  • In der häuslichen Krankenpflege entscheiden daneben ärztliche Verordnungen über behandlungs-pflegerische Leistungen
  • Priorität hat bei allen Entscheidungen immer das Selbstbestimmungsrecht des Pflegebedürftigen
   
  Als ambulanter Pflegedienst gehört es zu unseren Zielen, den Menschen, die uns mit Pflegeleistungen beauftragt haben - solange sie es wünschen - ein ungefährdetes Leben zuhause in Geborgenheit zu ermöglichen. Dazu gehören auch die sozialen Kontakte zu Angehörigen, Freunden, Nachbarn, und anderen Personen, zu deren Aufrechterhaltung wir um Rahmen unserer Möglichkeiten beitragen.

Wir verstehen unter Zuhause einen Ort, der für das Wohlbefinden eines Menschen eine sehr wichtige Bedeutung hat. Es ist ein besonderes Anliegen, den gewohnten Tagesablauf durch unsere pflegerische Intervention so wenig wie möglich zu stören.
   
   
  Unsere Pflegeleistungen sind immer ganzheitlich ausgerichtet
   
  Dazu gehört:
   
 
  • daß wir bei jeder Leistung die Aspekte Körper, Geist, soziales und materielles Umfeld in unser Handeln miteinbeziehen
  • daß wir uns für eine in ihren Teilen aufeinander abgestimmte Gesamtversorgung des Pflegebedürftigen einsetzten, wobei wir auch auf Defizite in Bereichen aufmerksam machen, für die wir keinen Auftrag haben oder nicht zuständig sind
  • daß wir uns über vertragliche Mindestanforderungen hinaus in jeder Versorgung um ein sinnvoll abgerundetes Leistungsangebot bemühen
   
  Unser Verhalten gegenüber dem Patienten ist verbindlich. Die Verbindlichkeit wird zum Beispiel durch den Abschluss von Pflegeverträgen konkretisiert. Organisatorische Probleme wie z.B. zeitliche Begrenzungen werden offengelegt.
   
  Bei jeder Pflegeplanung und Pflegeleistung nutzen und aktivieren wir die Möglichkeiten zur Selbsthilfe.
   
  Wir sorgen für eine Atmosphäre des Vertrauens zwischen dem Pflegebedürftigen, seinen Angehörigen und den Pflegenden. Wir verstehen uns als Gesprächspartner für alle Probleme und unterstützen einen offenen, durch Menschlichkeit geprägten Umgang miteinander, bei dem auch Emotionen ihren Platz und ihre Bedeutung haben.
   
  Wir respektieren und schützen die Intim- und Privatsphäre jedes unserer Pflegebedürftigen und geben keine persönlichen Informationen, die wir durch unsere Arbeit erhalten, an Personen weiter, die nicht zu dem Kreis der zum Wissen Befugten gehören.
   
  In der pflegerischen Versorgung stimmen wir uns mit den anderen an der Versorgung beteiligten Personen ab, und arbeiten im Sinn des zu Pflegenden kooperativ zusammen.
   
  Wir stehen insbesondere während unserer Pflegeeinsätze den Angehörigen und natürlich auch den zu Pflegenden für Beratung und Schulung zur Verfügung.
   
  Wir beachten die Wirtschaftlichkeit unserer Leistungserbringung:
   
 
  • Indem wir für unsere Tätigkeiten in Teilbereichen immer wieder Rationalisierungs-möglichkeiten suchen, die keine Qualitätsverluste zur Folge haben
  • Indem wir ständig die Notwendigkeit unserer Leistungen prüfen
  • Indem wir die Kosten unserer Leistungserbringung kontrollieren
   
   
  Grundpflegerische und behandlungspflegerische Leistungen werden ausschließlich von entsprechend qualifizierten Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern erbracht.

Die Pflegeleistungen richten sich im einzelnen nach Pflegestandards.

Die Pflegestandards beziehen wir aus unserer Aus- und Weiterbildung, aus der Fachliteratur, sowie aus unseren regelmäßigen Besprechungen.

Die aktuellen Standards richten sich maßgeblich nach den neuesten Stand pflegewissenschaftlicher Erkenntnisse, sowie nach den einschlägigen gesetzlichen und vertraglichen Regelungen.

Bei der Ermittlung von Pflegebedürftigkeit und Pflegeproblemen legen wir das Modell der Aktivitäten des täglichen Lebens zugrunde (ATL).

Unsere pflegerische Arbeit orientiert sich am Pflegemodell von Nancy Roper.
Ausgehend von erkannten Pflegeproblemen und Ressourcen werden unter Einbeziehung der individuellen Bedürfnisse und Möglichkeiten des Betroffenen Pflegeziele formuliert und entsprechende Pflegemaßnahmen mit ihm oder seinem Bevollmächtigten vereinbart.
Die Erreichung der Pflegeziele wird regelmässig kontrolliert und bewertet, die Pflegemassnahmen werden auf ihre Angemessenheit hin überprüft und veränderten Bedingungen angepasst.

Wir schaffen die Voraussetzungen dafür, daß unsere Dienstleistungen transparent und überprüfbar - nicht zuletzt auch für uns selbst - sind und bleiben.
Um dies zu erreichen, führen wir eine ausführliche Dokumentation über unsere Tätigkeiten.

Die Dokumentation dient auch dem Informationsaustausch der an der medizinischen und pflegerischen Versorgung beteiligten Personen und fördert so die Einheitlichkeit, Kontinuität und Effizienz der Gesamtversorgung.

In diesen Zusammenhang gehören auch die regelmäßig täglich stattfindenden Pflegeübergabegespräche zwischen den Mitarbeitern, sowie die Teambesprechungen, die in der Regel einmal monatlich stattfinden. Dabei wird auch auf die psychische Verfassung des zu Pflegenden eingegangen.

Am Ende eines jeden Pflegeauftrags steht der Tod. Wir treten für ein Sterben in Würde ein, das auch, wenn nicht gerade dort, zu Hause möglich ist.

Wir bemühen uns Sterbende und deren Angehörige durch fachliche Hilfe und psychischen Beistand zu begleiten und zu stützen. Dabei berücksichtigen wir besonders die persönlichen religiösen und kulturellen Vorstellungen des Sterbenden.